SpielRaum

ist eine regelmäßig stattfindende Gruppe, die Eltern mit ihren Kindern besuchen. Gut, solche Gruppen gibt es ja viele. Was ist nun das Besondere am SpielRaum?

Als Pikler- (und Montessori-)Pädagogin gehe ich davon aus, dass Kinder sehr kompetent darin sind, das zu tun, was ihrer Entwicklung weiter hilft. Ich sehe meine Aufgabe also nicht darin, ihnen etwas "beizubringen", sondern sie ihre Potentiale entfalten zu lassen.

Aufgrund der Pikler-Ausbildung und meiner langjährigen Erfahrung habe ich ein fundiertes Wissen um die Bedürfnisse und die Spiel-Bewegungs-und Persönlichkeitsentwicklung von Kleinkindern. Je nach Entwicklungsstand bereite ich davon ausgehend Bewegungs- und Spielmaterialien vor. 

Dürfen Kinder sich ihrem eigenen Tempo gemäß entwickeln, sind sie am zufriedensten und ausgeglichener - laut Gehirnforschern die perfekten Voraussetzungen für Lernen. Das ist auch meine Idee von "Fördern": den Kindern eine geeignete Umgebung und den Schutz durch die Begleitperson zu bieten und sie dann selber tun zu lassen.

Das sieht in der Praxis so aus: 

Jeder Elternteil hat einen Sitzpolster am Boden, dort ist für die jeweilige Stunde der Platz, an dem das Kind seinen sicheren "Ankerplatz" findet, sich Trost, Zuspruch, Körperkontakt holen kann. Die Eltern unterhalten sich nicht untereinander, sondern sind nur für ihr Kind da, beobachten es, freuen sich an seinen Fortschritten und seinen Ideen. Diese ruhige, entspannte Atmosphäre ist Voraussetzung, dass Kinder sich in ein Spiel vertiefen oder in aller Ruhe schwierige Bewegungsabläufe üben können.

Die Kinder sind barfuß, das ist gut für die Fußentwicklung, unterstützt die Bewegungsentwicklung und ist wichtig, damit die Kinder auf den Bewegungsgeräten einen sicheren Halt finden.

Falls es Konflikte gibt, bin in erster Linie ich als SpielRaum-Leiterin zuständig. Konflikte werden begleitet, aber nicht für die Kinder gelöst; beide in den Konflikt involvierten Kinder werden mit ihren Bedürfnissen gesehen. In der ruhigen, entspannte Atmosphäre gelingt es ihnen meist sehr gut, alleine Lösungen zu finden. 

Je nach Alter sind 6 - 8 Kinder in meinen Gruppen mit meist folgender Alterseinteilung: 6-12 Monate, 12 - 16 Monate, 16 - 24 Monate,  für die Kinder ab 2 Jahren gibt es dann noch die Pikler-Hengstenberg-Klettergruppen. Eine  Spielraumeinheit dauert eine Stunde.

Auch die einigermaßen altershomogenen  und zumindest eine Runde lang gleich bleibenden Gruppen dienen dazu, den Kindern Sicherheit zu vermitteln (so weit es organisatorisch möglich ist).

Zu den SpielRaum-Stunden gehört für die Eltern der Gesprächsraum mit eigenen Terminen ohne Kind, der die Möglichkeit bietet, sich über alle aktuellen Fragen, die sich im Zusammenleben mit dem Kind stellen, auszutauschen.